Das Ereignis der drei Könige aus physikalisch-astronomischer Sicht von Florian Stütz und Heribert Derndorfer

tarix02.01.2018
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Das Ereignis der drei Könige aus physikalisch-astronomischer Sicht

von Florian Stütz und Heribert Derndorfer
  • Die für das freie Auge sichtbaren fünf Planeten und der Mond bewegen sich stets in der Nähe der Ekliptik und halten mit verschiedener Durchschnittsgeschwindigkeit vorwiegend die gleiche allgemeine Fortbewegungsrichtung ein. Am leichtesten kann man den Mond in seiner Bewegung verfolgen; denn schon innerhalb von ungefähr einer Stunde verschiebt er sich gegenüber dem Sternhintergrund um die Bereite seines eigenen Durchmessers, nimmt aber zugleich an der allgemeinen Himmelsdrehung teil.

  • Die große Konjunktion von Jupiter und Saturn ist jenes Ereignis am Himmel, das zum Jahreswechsel von 7 auf 6 v.Chr. stattfand, wie Johannes Kepler als erster berechnet hat. Allerdings vermutete er, dass durch diese Vereinigung von Jupiter und Saturn das Erscheinen eines neuen Sterns ausgelöst worden sei.


Jupiter legt im Jahresdurchschnitt etwa ein Tierkreiszeichen zurück.

  • Jupiter legt im Jahresdurchschnitt etwa ein Tierkreiszeichen zurück.

  • Saturn wandert im Verlauf von 5 Jahren etwa durch zwei Tierkreiszeichen.

  • So treffen beide Planeten nur in Zeitabständen von je etwa 20 Jahren am Himmel zusammen.



Keilschriftkalender aus Babylon auf Jesu wahres Geburtsjahr



Aus diesem Keilschriftkalender geht folgendes hervor:

  • Bei seinem Frühaufgang am 13. Adaru 305 der Tempelära (=15.März 747 a.u.c.) war Jupiter noch allein.



Gleichzeitiger Abendaufgang von Jupiter und Saturn

  • Es war schon ein Ereignis von ungewöhnlichem Seltenheitswert, dass am 21. Ululu (= 15. September 747 a.u.c.) beide Planeten ihren Abendaufgang haben sollten und mit nur einem Grad Längenunterschied vom Abend bis zum Morgen über den Himmel zogen, wie die rekonstruierte babylonische Rechnung in übrigens guter Übereinstimmung mit den wirklichen Verhältnissen zeigt.



Dabei zeigte sich Jupiter als strahlender Herrscher in höchstmöglichem Glanze neben dem – infolge schmaler Ringstellung – ziemlich blassen Saturn.



Der westliche Stillstand in der letzten Zeile des Keilschriftkalenders

  • Am 20. und 21. Arah´samna (= 12./13. November 747 a.u.c.) sollte nach babylonischer Vorausberechnung eine Annäherung von nur drei Bogenminuten haben, die dann in Wirklichkeit doch etwas größer war.



Die Magier hatten sich etwa folgende Deutung dieser vorausberechneten Vorgänge zurechtgelegt:

  • Der Stern ihres höchsten Gottes Marduk tritt von Osten her im Abendaufgang an die Seite des Sternes Israel, um mit ihm im größten Glanze den Himmel „vom Aufgang bis zum Niedergang“ zu beherrschen; endlich bleibt er ganz dicht bei ihm in eben der Himmelsgegend stehen, die man auf Palästina, das Land der Verheißung, bezog.

  • Es sind demnach gerade jene zwei Phasen ganz unzweifelhaft aufs höchste ausgezeichnet, die der Evangelist Matthäus in gleicher Reihenfolge hervorhebt: der (Abend-) Aufgang als das von den Magiern angenommene himmlische Zeichen der Geburt eines gottbegnadeten Königs aus dem Volke der Juden und der Abend des westlichen Stillstandes, den sie wahrscheinlich von Anfang an als besonders geeigneten Zeitpunkt für ihre feierliche Huldigung (Proskynese) ausersehen hatten.



  • 1. Wie bereits im Klassischen findet sich auch im Neuen Testament zur Angabe von Himmelsrichtungen häufig der Plural ohne Artikel ( Osten,  Westen). Im Vers 1 ist somit   am besten mit „aus dem Osten“ (aus dem Morgenlande) zu übersetzen.

  • 2.    im Vers 2, weiters im Vers 9 steht bewusst im Singular und mit dem Artikel. Dieser Ausdruck ist als astronomischer Terminus belegt und heißt „beim Aufgehen“. Die wortwörtliche Vulgataübersetzung „in oriente“ ist an dieser Stelle missverständlich. Der Ausdruck wäre im Lateinischen wohl besser mit einem Temporalsatz oder einem Participium conjunctum wiederzugeben.

  • 3.  im Vers 9 ist wie zum Teil schon in hellenistischer Zeit hier intransitiv gebraucht, also mit „kam zum Stehen, machte Halt“ zu übersetzen. Auch dies ist ein geläufiger Ausdruck der astronomischen Fachsprache.



Der Stern stand drei Stunden still

  • Der Uni.-Prof. Dr. Ferrari d’Occhieppo rechnete nach, dass am Abend des westlichen Stillstandes der Planeten relativ zum Fixsternhimmel, nach babylonischer Berechnung am 20./21. Arah’samma = 12./13. November (julianisch), im Zusammenspiel mit dem Zodiakallicht auf völlig natürliche Weise für die von Jerusalem herkommenden Magier der Anschein eines rund dreistündigen Stehenbleibens „ihres“ Sternes über Bethlehem entstand.

  • Es ist ferner bemerkenswert, dass im griechischen Urtext des Evangeliums (anders als in manchen Übersetzungen) zwischen der Himmelsrichtung der Aufgänge (Osten) und dem einmaligen Ereignis des Abendaufganges grammatikalisch deutlich untersieden wird.



Messiasstern am Morgenhimmel lässt Magier aufbrechen

  • Genau gelesen, lässt der Text auch klar erkennen, dass die Magier aufgrund ihrer astrologischen Deutung (aufgrund ihres Glaubens) nach Jerusalem kommen, und dass sie sich infolge der von Herodes erhaltenen Weisung nach Bethlehem wenden.

  • Und siehe, der Stern, den sie im Abendaufgang gesehen hatten, ging vor ihnen (hin und) her, bis er im Gehen (bei seiner Schleifenbewegung) stehen blieb oben darüber, wo das Kind war.



  • Diese unverhoffte, aber durch astronomische Berechnung erwartete Himmelserscheinung wurde von den Magiern spontan als Bestätigung der Richtigkeit ihres Weges freudig begrüßt. Es tut einem Wissenschafter weh, wenn durch eine falsche Übersetzung des griechischen Urtextes in die lateinische Sprache („wir haben seinen Stern im Osten gesehen" statt „bei seinem Abendaufgang") diese Perikope im Matthäusevangelium als Legende abgetan wird.

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